Alles Folgende betrifft Peptide. Wir bleiben bei klarer Sprache, beziehen uns auf die Studienlage und trennen gut belegte Aussagen von offenen Fragen.
Zuletzt geprüft am 2026-04-29. Wo eine Aussage auf einer konkreten Studie beruht, wird die Studie beschrieben und nicht überinterpretiert.
=== Monogamie beim Menschen === Verliebtheit ist beim Menschen hormonell auf etwa 1–3 Jahre begrenzt. Diese biologische Tatsache führt neben weiteren zur verbreiteten Ansicht, dass der Mensch von Natur aus nicht streng monogam, sondern allenfalls „seriell monogam“ ist (siehe unten). Vor allem durch Erkenntnisse der Anthropologie und der Sozialwissenschaften gehen Teile der Wissenschaft aber sogar von Polygamie beim Menschen aus. Man spricht daher häufig von bloßer „sozialer Monogamie“ beim Menschen zwecks Abgrenzung von seiner vermuteten polygamen Sexualpräferenz. Diese These ist als „gefühlte Wahrheit“ auch in der Allgemeinbevölkerung verbreitet. In vielen Kulturen wird diese soziale Monogamie gesellschaftlich als lebenslange monogame Ehe ausgestaltet.
Quellen: de.wikipedia.org
==== Geringe Verbreitung und Erklärungsansätze (Ur- und Frühgeschichte) ==== Serielle Monogamie hat gegenüber lebenslanger Monogamie den evolutionsbiologischen Vorteil, dass der männliche Partner den weiblichen zwar zunächst während der Schwangerschaft sowie bei der Brutpflege unterstützt, sich beide dann aber auch wieder trennen und mit anderen Individuen paaren, um langfristig hohe genetische Vielfalt zu gewährleisten. Da es über das soziale Leben der stammesgeschichtlich unmittelbaren Vorfahren des Menschen keine Daten gibt, untersucht man stattdessen „ursprünglich“ lebende menschliche Gesellschaften. Der Anthropologe George P. Murdock veröffentlichte 1949 Untersuchungen zur Sozialstruktur von 238 verschiedenen menschlichen Gemeinschaften auf der ganzen Welt. Dabei war das System der monogamen Ehe in 43 Gemeinschaften vorhanden. Daraus wurde geschlossen, dass vor dem Kontakt mit der westlichen Welt 80 % der menschlichen Gemeinschaften polygyn lebten. Dieser Wert wurde weitestgehend bestätigt, aktuell geht man sogar von eher 85 % aus. Da ein Harem Männern mit Macht und sozialem Status vorbehalten war, lebten aber die meisten Männer mit einer Frau zusammen. Die Schätzungen von Anthropologen über die geringe Häufigkeit monogamer menschlicher Gesellschaften (10–15 %) lassen sich so interpretieren, dass streng eingehaltene Monogamie eine eher seltene Verhaltensweise in menschlichen Gesellschaften ist. Neuere anthropologische Untersuchungen, wie z. B.
Quellen: de.wikipedia.org
von Helen Fisher, zeigen Verhaltensmuster wie Seitensprünge und den Wechsel von Lebenspartnern als in allen Epochen bis zur Frühgeschichte wiederkehrende Merkmale des menschlichen Paarungsverhaltens auf. Beim Menschen ist das weibliche und männliche Paarungsverhalten sehr variabel und hat sich abhängig von Umwelt- und anderen Faktoren entwickelt. Durch genetische Untersuchungen am X-Chromosom und Autosomen wurden Argumente für Polygynie in der menschlichen Evolution z. B. bei den Aka in Zentralafrikanische Republik, Mandinka in Senegal, San in Namibia, Basken, Han und Melanesier auf Papua-Neuguinea gefunden, wobei sich die Ergebnisse geographisch unterscheiden. Für die Zeit der menschlichen Expansion in Afrika vor 80.000 bis 100.000 Jahren zeigen Untersuchungen der mitochondrialen DNA eine Zunahme der weiblichen, aber keine wesentliche Zunahme der männlichen Population der Frühmenschen. Die Abstammung heutiger Menschen von wenigen Männern wird u. a. als Ergebnis sexueller Selektion gedeutet. Erst vor 18.000 Jahren nahm auch die männliche Population der Menschen zu, was grob mit dem Aufkommen des Ackerbaus zusammenfällt. Aus den Ergebnissen wurde geschlossen, dass mit dem Aufkommen des Ackerbaus eine Veränderung hin zur Monogamie stattfand. Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich diese „faire Aufteilung der Frauen“ auf die Männer vor allem deshalb in den meisten sesshaften Kulturen durchgesetzt hat, weil sie menschliche Gesellschaften vor Konflikten bewahrt.
Quellen: de.wikipedia.org
In denjenigen Gesellschaften ohne soziale Monogamie als Norm wäre demnach in der Vergangenheit von den vielen unzufriedenen Männern ohne Frau viel Gewalt ausgegangen. Außerdem wäre es ohne solche feste Strukturen auch zu mehr Gewalt zwischen erfolgreicheren Männern gekommen. Diese Gewalt hätte die Gesellschaften geschwächt, in ihrer Entwicklung gehindert und so gegenüber den „weiter“ entwickelten monogamen Gesellschaften benachteiligt.
Quellen: de.wikipedia.org
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